Die pri­va­te Unfall­ver­si­che­rung. Luxus, oder unerlässlich?

Rat­ge­ber: Wert­vol­le Tipps zur pri­va­ten Unfallversicherung

War­um brau­che ich eine pri­va­te Unfallversicherung?

Eine pri­va­te Unfall­ver­si­che­rung ist sinn­los. Wenn mir etwas pas­siert, greift doch auch die gesetz­li­che!“ Weit gefehlt! Die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung leis­tet ledig­lich, wenn Sie einen Arbeits­un­fall oder einen Unfall auf dem Weg dort­hin erlei­den, und auch hier gibt es Tücken: Ver­si­chert ist nur, wer sich direkt zur Arbeit begibt und in der Mit­tags­pau­se nur mit „der Moti­va­ti­on zur Nah­rungs­auf­nah­me“ unter­wegs ist. Schon ein klei­ner Umweg über die Fuß­gän­ger­zo­ne kann dazu füh­ren, dass Sie selbst auf den Unfall­kos­ten sit­zen blei­ben. Und durch­schnitt­lich ereig­nen sich nur 30 Pro­zent aller Unfäl­le wäh­rend der Arbeits­zeit, der Groß­teil der Scha­dens­fäl­le pas­siert in der Frei­zeit. Um sich rund­um und zu jeder Zeit zu schüt­zen, kön­nen Sie eine pri­va­te Unfall­ver­si­che­rung abschlie­ßen. Die­se leis­tet sowohl bei Unfäl­len in der Frei­zeit, als auch bei Arbeits- und Wege­un­fäl­len. Erfah­ren Sie hier, wor­auf Sie beim Abschluss der UV ach­ten sollten.

Die Inva­li­di­täts­sum­me bestimmt die Höhe der Auszahlung

Beim Abschluss einer pri­va­ten Unfall­ver­si­che­rung spielt an ers­ter Stel­le die soge­nann­te Inva­li­di­täts­sum­me eine wich­ti­ge Rol­le. Dies ist die Sum­me, die im Scha­dens­fall maxi­mal aus­be­zahlt wird. Nach einem Unfall wird Ihr Ver­let­zungs­grad, also der Inva­li­di­täts­grad, durch ärzt­li­che Gut­ach­ten fest­ge­stellt. Abhän­gig davon leis­tet Ihre Ver­si­che­rung einen bestimm­ten Pro­zent­satz der Inva­li­di­täts­sum­me, bei Voll­in­va­li­di­tät wird die ver­ein­bar­te Leis­tung kom­plett aus­be­zahlt. Exper­ten emp­feh­len eine Grund­sum­me von min­des­tens 200.000 Euro, bezie­hungs­wei­se das Fünf- bis Sechs­fa­che des aktu­el­len Brut­to-Jah­res­ge­halts. So kön­nen Sie im Fal­le eines schlim­men Unfalls Ihre Lebens­si­tua­ti­on anpas­sen und zum Bei­spiel Ihre Woh­nung behin­der­ten­ge­recht ausbauen.

Ach­ten Sie beim Abschluss einer pri­va­ten Unfall­ver­si­che­rung außer­dem auf die ver­ein­bar­te Glie­der­ta­xe. Die­se regelt, wie viel Pro­zent der Grund­sum­me für ein bestimm­tes Kör­per­teil aus­be­zahlt wer­den. Ist zum Bei­spiel der Dau­men unfall­be­dingt nicht mehr funk­ti­ons­fä­hig, erhal­ten Sie 20 Pro­zent der Gesamt­sum­me, ver­lie­ren Sie ein Auge, leis­tet die Ver­si­che­rung 40 Pro­zent der Inva­li­di­täts­sum­me. Stellt der Arzt hin­ge­gen fest, dass Ihr Auge zu 50 Pro­zent funk­ti­ons­un­fä­hig ist, erhal­ten Sie nur die Hälf­te, also 20 Pro­zent der Sum­me. Eini­ge Ver­si­che­rer bie­ten mitt­ler­wei­le eine „ver­bes­ser­te Glie­der­ta­xe“ an, bei denen die ein­zel­nen Inva­li­di­täts­gra­de höher als üblich berech­net wer­den. Wenn durch den Unfall meh­re­re Kör­per­tei­le beein­träch­tigt wer­den, addie­ren sich die Summen.

Unfallversicherung

Wich­ti­ge Leis­tun­gen der pri­va­ten Unfallversicherung

In vie­len Fäl­len emp­fiehlt es sich, eine Unfall­ren­te und die Todes­fall­leis­tung als Zusatz­leis­tun­gen mit in die Poli­ce ein­zu­bin­den. Die Unfall­ren­te kommt zum Tra­gen, wenn Ihre Leis­tungs­fä­hig­keit zu mehr als 50 Pro­zent beein­träch­tigt ist und Sie bis an Ihr Lebens­en­de ein­ge­schränkt sind. Die Unfall­ren­te sichert Ihnen, zusätz­lich zur Inva­li­di­täts­sum­me, eine fest­ge­leg­te monat­li­che Aus­zah­lung. Beach­tet wer­den soll­te dabei, dass die Ren­te nur bei Unfäl­len, nicht aber bei Krank­hei­ten leis­tet. Die Todes­fall­leis­tung regelt den Fall, dass der Ver­si­cher­te inner­halb eines Jah­res ver­stirbt. In die­sem Fall wird eine fest­ge­leg­te Sum­me an die Hin­ter­blie­be­nen aus­be­zahlt, mit der bei­spiels­wei­se die Kos­ten für die Beer­di­gung über­nom­men wer­den können.

Wol­len Sie die aus­zu­be­zah­len­de Sum­me im Scha­dens­fall erhö­hen, kön­nen Sie auch eine Poli­ce mit Pro­gres­si­on wäh­len. Durch eine Pro­gres­si­on steigt die Inva­li­di­täts­sum­me im Ver­si­che­rungs­fall um einen ver­ein­bar­ten Pro­zent­satz an. Im Regel­fall gibt es drei Pro­gres­si­ons­staf­feln, zwi­schen denen der Ver­si­cher­te wäh­len kann: 225 Pro­zent, 350 Pro­zent und 500 Pro­zent. Wird eine Pro­gres­si­on von 500 Pro­zent gewählt und Sie erlei­den einen Unfall, durch den Sie voll­in­va­li­de wer­den, bekom­men Sie bei einer ver­ein­bar­ten Grund­sum­me von 200.000 Euro eine Mil­li­on ausbezahlt.

Unfallversicherung

Wäh­len Sie einen Ver­si­che­rungs­ta­rif, der auch erhöh­te Kraft­an­stren­gung bezie­hungs­wei­se Eigen­be­we­gung, Infek­tio­nen, Ret­tungs­kos­ten und eini­ge ande­re wich­ti­ge Leis­tun­gen mit ein­schließt. Ein Leis­tungs­an­spruch auch bei Eigen­be­we­gung stellt sicher, dass Sie auch Leis­tun­gen aus der Unfall­ver­si­che­rung bezie­hen kön­nen, wenn Sie sich durch erhöh­te Kraft­an­stren­gung selbst ver­schul­det ver­let­zen und bei­spiels­wei­se Mus­keln, Seh­nen oder Bän­der gezerrt wer­den. Gera­de im Sport ist dies sehr zu emp­feh­len. Beinhal­tet die Poli­ce auch einen Leis­tungs­an­spruch bei Infek­tio­nen, sind Sie zum Bei­spiel vor den Nach­wir­kun­gen eines Zecken­bis­ses geschützt. Der Zusatz „Bewusst­seins­stö­run­gen“ regelt die Zah­lung auch bei Unfäl­len unter Alko­hol­ein­fluss, und die Kos­ten­über­nah­me bei Such- und Ret­tungs­kos­ten sowie des Kran­ken­rück­trans­ports sind eben­so wärms­tens zu emp­feh­len. Teil­wei­se über­neh­men die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten auch die Kos­ten für kos­me­ti­sche Ope­ra­tio­nen, denn ein schwe­rer Unfall hin­ter­lässt oft deut­lich sicht­ba­re Spu­ren. Las­sen Sie sich hier umfas­send bera­ten, um sicher­zu­stel­len, dass alle für Sie rele­van­ten Leis­tun­gen im Ver­si­che­rungs­ver­trag beinhal­tet sind.

Haben Sie kei­ne pri­va­te Kran­ken­zu­satz­ver­si­che­rung abge­schlos­sen, kön­nen Sie Kranken(haus)tagegeld in Ihre pri­va­te Unfall­ver­si­che­rung inte­grie­ren. Läuft die Lohn­fort­zah­lung Ihres Arbeit­ge­bers nach sechs Wochen ab, kön­nen Sie das meist gering aus­fal­len­de Kran­ken­geld damit auf­sto­cken und bei­spiels­wei­se eine Haus­halts- oder Betreu­ungs­hil­fe für die Kin­der wäh­rend Ihrer Abwe­sen­heit finanzieren.

Kos­ten für eine pri­va­te Unfallversicherung

Die Kos­ten für eine pri­va­te Unfall­ver­si­che­rung rich­ten sich ganz nach Höhe der Inva­li­di­täts­sum­me, der etwai­gen Pro­gres­si­on und den Leis­tun­gen der Ver­si­che­rung. Auch Ihr Alter bei Ein­tritt in die Ver­si­che­rung und Ihre „Gefah­ren­grup­pe“, also ein mög­li­ches erhöh­tes Unfall­ri­si­ko, spie­len eine Rolle.

Ach­tung bei Vor­er­kran­kun­gen und Extremsportarten

Grund­sätz­lich ste­hen Sie Ihrem Ver­si­che­rer gegen­über in der Infor­ma­ti­ons­pflicht. Sie müs­sen ihn über Vor­er­kran­kun­gen und ande­re Gesund­heits­fra­gen in Kennt­nis set­zen. Unter Umstän­den führt dann ein soge­nann­ter „Mit­wir­kungs­an­teil“ zur Kür­zung der Leis­tung im Fal­le eines Unfalls. Ver­si­che­rer kön­nen Anträ­ge bei chro­ni­schen Vor­er­kran­kun­gen auch ableh­nen. Dies gilt übri­gens gleich­falls für Berufs- und Extrem­sport­ler, die berufs­be­dingt ein höhe­res Risi­ko haben. Wer sol­che Hob­bys nur frei­zeit­be­dingt aus­übt, bekommt für gewöhn­lich Bei­trags­zu­schlä­ge berech­net. Auch ein Berufs­wech­sel muss gemel­det wer­den und kann sich auf die Aus­zah­lungs­hö­he auswirken.

Ger­ne infor­mie­ren wir Sie wei­ter zur Unfall­ver­si­che­rung und ermit­teln gemein­sam Ihren per­sön­li­chen Bedarf! Schrei­ben sie uns.