Egal ob Sin­gle oder als Fami­lie. Jeder braucht Sie.
“Die Privathaftpflicht”

Dar­auf soll­ten Sie beim Abschluss einer Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung achten

Es ist schnell pas­siert: Sie haben als Fuß­gän­ger die Grün­pha­se ver­passt, wol­len noch rasch die Stra­ße über­que­ren und über­se­hen dabei ein von der Sei­te kom­men­des Auto. Die­ses muss abrupt abbrem­sen, gerät ins Schleu­dern und trifft die Stra­ßen­la­ter­ne. Kei­ner ist ver­letzt, aber der Sach­scha­den hoch – schon ein unacht­sa­mer Moment kann Sie schwer in die finan­zi­el­le Bre­douil­le brin­gen. Ob Unacht­sam­keit im Stra­ßen­ver­kehr, ver­nach­läs­sig­tes Schnee­räu­men vor dem Eigen­heim oder ein schlecht geziel­ter Tritt gegen einen Fuß­ball, der ihn in das nächst­ge­le­ge­ne Schau­fens­ter kata­pul­tiert: ver­ur­sach­te Schä­den müs­sen ersetzt wer­den, dies ist sogar im Bür­ger­li­chen Gesetz­buch geregelt.

Und nicht jeder Scha­dens­fall lässt sich so ein­fach aus dem Spar­strumpf bezah­len. Um gegen sol­che Fäl­le abge­si­chert zu sein, emp­fiehlt sich eine pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­rung, über die nach Anga­ben von Sta­tis­ta 2016 auch rund 45,71 Mil­lio­nen Deut­sche ver­füg­ten. Doch die Anbie­ter sind zahl­reich und die Tari­fe äußerst unter­schied­lich. Erfah­ren Sie hier, wor­auf Sie beim Abschluss einer Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung ach­ten sollten.

Was leis­tet eine Privathaftpflichtversicherung?

Eine Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung deckt Schä­den an frem­dem Eigen­tum ab, die durch Sie ent­stan­den sind. In der Regel sind auch der Ehe­part­ner und leib­li­che sowie nicht-leib­li­che Kin­der unter 18 Jah­ren mit­ver­si­chert, eben­so wie voll­jäh­ri­ge, unver­hei­ra­te­te Kin­der, die sich noch in der ers­ten Aus­bil­dung befin­den. Die pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­rung über­nimmt dann die Kos­ten für die Wie­der­her­stel­lung oder den Zeit­wert der beschä­dig­ten Gegen­stän­de, die Kos­ten zur Behand­lung geschä­dig­ter Per­so­nen sowie auch die Kos­ten für Schmer­zens­geld, lebens­lan­ge Ren­ten­zah­lun­gen und Ver­dienst­aus­fäl­le. Außer­dem schützt Sie die Ver­si­che­rung auch vor (unbe­grün­de­ten) Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen, denn im Fal­le eines Rechts­streits trägt das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men die­sen für Sie aus und über­nimmt gege­be­nen­falls die Kos­ten des Ver­fah­rens. Die Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung leis­tet also nicht nur finan­zi­el­le Hil­fe, son­dern auch pas­si­ven Rechtsschutz.

Wer vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig das Leben, den Kör­per, die Gesund­heit, die Frei­heit, das Eigen­tum oder ein sons­ti­ges Recht eines ande­ren wider­recht­lich ver­letzt, ist dem ande­ren zum Ersatz des dar­aus ent­ste­hen­den Scha­dens verpflichtet.“

§ 823 Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetz­bu­ches (BGB)

Privathaftpflichtversicherung

Hier leis­tet die pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­rung nicht

Es gibt jedoch Schä­den, die die Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung grund­sätz­lich nicht über­nimmt. Dazu gehö­ren zum Bei­spiel Schä­den, die vor­sätz­lich began­gen wur­den oder in Zusam­men­hang mit Straf­ta­ten ste­hen. Auch bei gelie­he­nen und gemie­te­ten Din­gen oder rei­nen Ver­trags­an­ge­le­gen­hei­ten leis­tet die Ver­si­che­rung in der Regel nicht, es sei denn es ist expli­zit im Ver­trag ver­ein­bart. Und es sind prin­zi­pi­ell nur Scha­dens­fäl­le ver­si­chert, die nicht inner­halb der Mit­ver­si­cher­ten auf­tre­ten – lässt der Gat­te zum Bei­spiel das teu­re Erb­stück der Groß­mut­ter fal­len oder das Kind setzt sich auf Papas neue Bril­le, muss die Fami­lie selbst für die Kos­ten auf­kom­men. Eini­ge weni­ge Poli­cen schlie­ßen auch sol­che Fäl­le mit ein.

Augen auf bei Kos­ten und Lauf­zeit der Versicherung

Je nach Tarif unter­schei­den sich Leis­tung und Deckungs­sum­me der pri­va­ten Haft­pflicht­ver­si­che­rung erheb­lich. Sin­gle-Poli­cen mit nied­ri­gem Leis­tungs­spek­trum sind bereits ab rund 49 Euro jähr­lich erhält­lich, ver­gleich­ba­re Fami­li­en-Poli­cen ab 70 Euro. Da vie­le Ver­si­che­rer ihre Leis­tun­gen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren deut­lich ver­bes­sert haben, soll­ten Sie gege­be­nen­falls auch über einen Ver­si­che­rungs­wech­sel nach­den­ken. Da For­de­run­gen für Sach- und vor allem Per­so­nen­schä­den schnell in sechs- bis sie­ben­stel­li­ge Höhen stei­gen kön­nen, emp­fiehlt die Stif­tung Waren­test eine Deckungs­sum­me von min­des­tens fünf Mil­lio­nen Euro. So stel­len Sie sicher, dass alle mög­li­chen Schä­den in aus­rei­chen­der Höhe abge­deckt wer­den kön­nen. Wer eine gerin­ge­re Deckungs­sum­me wählt, muss die Dif­fe­renz zwi­schen die­ser und der tat­säch­li­chen Scha­den­hö­he selbst tragen.

Neben pau­scha­len Deckungs­sum­men gibt es auch Poli­cen, bei denen zwi­schen Sach-, Ver­mö­gens- und Per­so­nen­schä­den unter­schie­den wird. Hier soll­ten Sie sich unter Berück­sich­ti­gung Ihrer per­sön­li­chen Umstän­de zum pas­sen­den Tarif bera­ten las­sen. Grund­sätz­lich gilt: Schä­den kön­nen immer ent­ste­hen. Egal, ob Sie 21 oder 85 Jah­re alt sind. Eine Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung benö­ti­gen Sie also Ihr Leben lang. Trotz­dem – oder gera­de des­we­gen – lohnt es sich, regel­mä­ßig die Leis­tun­gen die Ver­si­che­rer zu über­prü­fen. Vie­le älte­re Ver­trä­ge leis­ten nur bis zu einer Ver­si­che­rungs­sum­me von einer Mil­li­on Euro, ein Deckungs­bei­trag, der frü­her zwar üblich war, aber nicht mehr zeit­ge­mäß ist.

Die Privathaft­pflicht­versicherung nach eige­nen Ansprü­chen erweitern

Privathaftpflichtversicherung

Bereits durch gerin­ge Mehr­be­trä­ge kön­nen Sie pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen auch durch nütz­li­che Zusatz­leis­tun­gen erwei­tern. Schlie­ßen Sie zum Bei­spiel zusätz­lich zum Grund­schutz eine soge­nann­te For­de­rungs­aus­fall­de­ckung ab, kön­nen Sie sicher­ge­hen, dass Ihre Ansprü­che im Fal­le einer Schä­di­gung auf jeden Fall über­nom­men wer­den. Ist die Per­son, die Sie schä­digt, nicht zah­lungs­fä­hig oder besitzt selbst kei­ne pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­rung, springt die For­de­rungs­aus­fall­de­ckung für die ent­stan­de­nen Kos­ten ein.

Eine wei­te­re sinn­vol­le Zusatz­leis­tung ist die Über­nah­me von Schä­den, die durch Gefäl­lig­keits­hand­lun­gen ent­stan­den sind. Gefäl­lig­keits­schä­den sind bei­spiels­wei­se ein beim Umzug Ihres Freun­des her­un­ter­ge­fal­le­ner Fern­se­her – die­se wer­den grund­sätz­lich nicht durch eine her­kömm­li­che Poli­ce abge­deckt, da der Freund in der Rechts­pra­xis das gesam­te Risi­ko des Umzu­ges trägt. Inte­grie­ren Sie die­se Gefäl­lig­keits­schä­den in Ihren Ver­trag, über­nimmt die Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung auch die Kos­ten für sol­che Fälle.

Fazit: Nicht auf alten Ver­trä­gen „sit­zen­blei­ben“

Vor dem Abschluss oder Wech­sel einer pri­va­ten Haft­pflicht­ver­si­che­rung soll­ten Sie sich gründ­lich bera­ten las­sen. So kön­nen Sie sicher­ge­hen, dass die Leis­tun­gen Ihre Ansprü­che abde­cken und Sie von einem guten Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis pro­fi­tie­ren. Eini­ge Haft­pflicht­ver­si­che­rer bie­ten Ihnen sogar eine Best-Leis­tungs-Garan­tie, die mit der „Tief­preis­ga­ran­tie“ ein­schlä­gi­ger Elek­tro­nik­an­bie­ter ver­gleich­bar ist: Wei­sen Sie als Ver­si­cher­ter nach, dass ein ande­rer Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rer höhe­re Ent­schä­di­gungs­gren­zen oder einen grö­ße­ren Leis­tungs­um­fang zum sel­ben Tarif bie­tet, stellt der Ver­si­che­rer Ihren Ver­trag zu Ihren Guns­ten um.
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