Pri­vat­ver­sor­gung, trotz gesetz­li­cher Kran­ken­kas­se — mit der Kran­ken­haus­zu­satz­ver­si­che­rung

Rat­ge­ber: Wert­vol­le Tipps zur Kranken­haus­­zusatz­­versicherung

Was bringt mir eine Krankenhaus­zusatz­versicherung?

Wie ein Pri­vat­pa­ti­ent behan­delt wer­den — die Kran­ken­haus­zu­satz­ver­si­che­rung macht es mög­lich
Die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung deckt zwar eine Grund­ver­sor­gung ab, aber eben auch nicht mehr. Wer im Kran­ken­haus wirk­lich opti­mal ver­sorgt wer­den will, soll­te eine Kran­ken­haus­zu­satz­ver­si­che­rung abschlie­ßen. Die­se Art der Ver­si­che­rung wird von zahl­rei­chen Gesell­schaf­ten in unter­schied­li­chen Aus­füh­run­gen ange­bo­ten. Daher soll­te man sich vor dem Abschluss eini­ge Gedan­ken machen, was einem wich­tig ist.

Was bie­tet eine Kran­ken­haus­zu­satz­ver­si­che­rung?

Die freie Arzt­wahl und die freie Kran­ken­haus­wahl ist in so gut wie jeder die­ser Ver­si­che­run­gen ein­ge­schlos­sen. Außer­dem wird die Unter­brin­gung in einem Ein­zel- oder Zwei­bett­zim­mer bezahlt. Even­tu­ell ist auch das Roo­m­ing-in für Kin­der (ein Eltern­teil wird im Zim­mer des Kin­des unter­ge­bracht) ein­ge­schlos­sen. Zusätz­lich kön­nen die Vor- und Nach­be­hand­lung eines sta­tio­nä­ren Kran­ken­haus­auf­ent­halts und ambu­lan­te Ope­ra­tio­nen ein­ge­schlos­sen sein.

Ist die freie Arzt­wahl nicht selbst­ver­ständ­lich?

Im Prin­zip haben Sie natür­lich immer das Recht, sich den behan­deln­den Arzt aus­zu­su­chen. Das kann aber sehr schnell aus­ge­spro­chen teu­er wer­den. Ärz­te und Kran­ken­häu­ser rech­nen ihre Leis­tun­gen, die nicht in die Grund­ver­sor­gung fal­len, nach der GOÄ = Gebüh­ren­ord­nung für Ärz­te ab. Wol­len Sie von einem Spe­zia­lis­ten behan­delt wer­den, kann die­ser den 3,5-fachen Satz abrech­nen. Legt er glaub­haft dar, dass Ihre Behand­lung beson­ders kom­pli­ziert oder lang­wie­rig war, kann sich die­ser Satz noch erhö­hen. Hin­zu kom­men even­tu­ell noch Kos­ten für Behand­lun­gen, die nicht zu den Kas­sen­leis­tun­gen (Wahl­leis­tun­gen) gehö­ren. Haben Sie kei­ne Zusatz­ver­si­che­rung die die­se Kos­ten über­nimmt, müs­sen Sie die Dif­fe­renz zwi­schen der Regel­ver­sor­gung und der tat­säch­li­chen Rech­nung sowie für die Wahl­leis­tun­gen aus eige­ner Tasche bezah­len. Das wird schnell zu einem unkal­ku­lier­ba­ren Risi­ko.

Krankenhauszusatzversicherung

Was bedeu­tet freie Kran­ken­haus­wahl?

Weist ein Arzt Sie in ein Kran­ken­haus ein, muss er das nächst­ge­le­ge­ne, fach­lich geeig­ne­te Kran­ken­haus wäh­len. Möch­ten Sie in ein ande­res Kran­ken­haus gehen, z. B. weil dort ein Spe­zia­list für Ihre Krank­heit arbei­tet, kann dies zu erhöh­ten Kos­ten füh­ren. Die­se Kos­ten sind nicht von der Kran­ken­kas­se gedeckt. Ent­we­der haben Sie eine ent­spre­chen­de Zusatz­ver­si­che­rung oder Sie müs­sen die­se Kos­ten sel­ber tra­gen. Es gibt auch Kran­ken­häu­ser bzw. Ärz­te, wel­che aus­schließ­lich Pri­vat­pa­ti­en­ten behan­deln. Bei denen hät­ten Sie als gesetz­lich Ver­si­cher­ter kei­ne Chan­ce auf Behand­lung oder müss­ten die Kos­ten von teil­wei­se meh­re­ren Tau­send Euro allei­ne tra­gen.

Krankenhauszusatzversicherung

Was ist ein Ersatz-Kran­ken­haus­ta­ge­geld?

Die meis­ten Kran­ken­haus­zu­satz­ver­si­che­run­gen finan­zie­ren Ihre Unter­brin­gung in einem Ein­zel- oder Zwei­bett­zim­mer. Nun kann es pas­sie­ren, dass Sie plötz­lich in ein Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert wer­den müs­sen, z. B. nach einem Unfall. Even­tu­ell ist aber zu die­sem Zeit­punkt kein Ein­zel- oder Zwei­bett­zim­mer frei. Sie kön­nen also eine Leis­tung, die Ihnen zusteht, nicht in Anspruch neh­men. Sieht Ihre Ver­si­che­rung ein Ersatz-Kran­ken­haus­ta­ge­geld vor, erhal­ten Sie für die­sen Ver­zicht einen fes­ten Euro­be­trag pro Tag Kran­ken­haus­auf­ent­halt.

Dar­auf soll­ten Sie beim Abschluss einer Kran­ken­haus­zu­satz­ver­si­che­rung ach­ten

Bei der Wahl der rich­ti­gen Ver­si­che­rung wird man immer Kom­pro­mis­se schlie­ßen müs­sen. Schließ­lich soll sie ja auch noch bezahl­bar blei­ben. Im Hin­blick auf die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung sind fol­gen­de Punk­te wich­tig:

• Wer­den auch Kos­ten ober­halb des 3,5-fachen Sat­zes der GOÄ über­nom­men?
• Sind die Leis­tun­gen auf eine bestimm­te Anzahl von Tagen begrenzt?
• Wer­den die Kos­ten für die Wahl eines ande­ren Kran­ken­hau­ses über­nom­men?
• Sind ambu­lan­te Ope­ra­tio­nen ein­ge­schlos­sen?
• Gehö­ren auf Vor- und Nach­be­hand­lun­gen zum Ver­si­che­rungs­um­fang?
Wenn sie klei­ne Kin­der haben, soll­ten Sie zusätz­lich dar­auf ach­ten, dass das Roo­m­ing-in ein­ge­schlos­sen ist. Dies ist aller­dings meis­tens nur für Kin­der bis zum 12. Lebens­jahr mög­lich.

Wei­te­re wich­ti­ge Aspek­te der Kran­ken­haus­zu­satz­ver­si­che­rung

Die meis­ten Anbie­ter die­ser Ver­si­che­run­gen ver­lan­gen vor Abschluss eine medi­zi­ni­sche Unter­su­chung bzw. Selbst­aus­kunft. Dabei wer­den nicht nur bis­he­ri­ge Kran­ken­haus­auf­ent­hal­te berück­sich­tigt, son­dern ihr gesam­ter Gesund­heits­zu­stand. Auf­grund die­ser Unter­su­chung oder Ihres höhe­ren Alters kann es pas­sie­ren, dass Sie die Ver­si­che­rung ent­we­der gar nicht abschlie­ßen kön­nen oder wesent­lich höhe­re Prä­mi­en bezah­len müs­sen.
Eini­ge Gesell­schaf­ten bil­den Alters­rück­stel­lun­gen. Dies dient dazu, die höhe­ren Kos­ten auf­zu­fan­gen, die durch die grö­ße­re Wahr­schein­lich­keit eines Kran­ken­haus­auf­ent­halts mit zuneh­men­dem Alter ent­ste­hen. Dann zahlt ein jün­ge­rer Ver­si­cher­ter mehr als er eigent­lich auf­grund sei­nes Alters müss­te, die Prä­mi­en soll­ten aber mit zuneh­men­dem Alter weni­ger stark stei­gen. Ein Schutz vor Prä­mi­en­stei­ge­run­gen ist dies aber nicht. Die­se Alters­rück­stel­lun­gen nut­zen Ihnen auch nur dann etwas, wenn Sie bei der Gesell­schaft ver­si­chert blei­ben. Sie kön­nen bei einem Wech­sel der Ver­si­che­rung nicht mit­ge­nom­men wer­den. Es gibt auf dem Markt auch Tari­fe ohne Alters­rück­stel­lun­gen. Dann sind die Bei­trä­ge im jün­ge­ren Alter deut­lich gerin­ger, stei­gen jedoch im Alter auch deut­lich an. Da die Bei­trags­stei­ge­run­gen im Altern in unse­ren Augen sehr hoch sind, emp­feh­len wir in der sta­tio­nä­ren Kran­ken­zu­satz­ver­si­che­rung – anders als bei der Zahn­zu­satz­ver­si­che­rung – grund­sätz­lich den Abschluss eines Tari­fes mit Alters­rück­stel­lun­gen.

Wann und wie kann man die Ver­si­che­rung wech­seln?

Meist wird ein sol­cher Ver­si­che­rungs­ver­trag auf unbe­stimm­te Zeit geschlos­sen. Sie kön­nen ihn aber natür­lich auch kün­di­gen. Die Kün­di­gungs­fris­ten sind im Ver­trags­un­ter­la­gen auf­ge­führt. Aller­dings ist so eine Kün­di­gung nicht unpro­ble­ma­tisch. Wol­len Sie einen neu­en Ver­trag abschlie­ßen, wird eine neue Gesund­heits­prü­fung gemacht. Ver­schlech­tert sich Ihr Gesund­heits­zu­stand, hat das für einen lau­fen­den Ver­si­che­rungs­ver­trag kei­ne Aus­wir­kun­gen. Bei einer neu­en Gesund­heits­prü­fung wird es aber berück­sich­tigt, sodass Sie even­tu­ell höhe­re Prä­mi­en zah­len müs­sen oder gar kei­nen Ver­si­che­rungs­schutz bekom­men. Daher soll­te man die Ver­si­che­rung vor dem Abschluss genau prü­fen, damit man sie mög­lichst nicht kün­di­gen muss. Wir hel­fen Ihnen ger­ne dabei, eine pas­sen­de sta­tio­nä­re Kran­ken­ver­si­che­rung zu fin­den. Las­sen Sie sich von uns unver­bind­lich bera­ten.