Gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung — Dar­um soll­ten Sie ver­glei­chen

Rat­ge­ber: Wert­vol­le Tipps zur gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung

Die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung

In Deutsch­land muss jeder kran­ken­ver­si­chert sein — ent­we­der über die gesetz­li­che Kran­ken­kas­se oder über eine pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung. Für die meis­ten abhän­gig Beschäf­tig­ten kommt nur die gesetz­li­che Kran­ken­kas­se infra­ge. Hier sind die meis­ten Leis­tun­gen gleich — aber es gibt auch Unter­schie­de.

Dar­auf soll­ten Sie bei der Wahl der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ach­ten

Der pro­zen­tua­le Kran­ken­kas­sen­bei­trag ist zwar bei allen gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen gleich, Unter­schie­de gibt es aber bei dem Zusatz­bei­trag und den ange­bo­te­nen Leis­tun­gen. Bevor Sie sich für eine Kran­ken­kas­se ent­schei­den, soll­ten Sie die fol­gen­den Fra­gen klä­ren:
• Wie hoch ist der Zusatz­bei­trag?
• Wel­che Bonus­pro­gram­me wer­den ange­bo­ten?
• Gibt es spe­zi­el­le Wahl­ta­ri­fe?
• Wel­che Zusatz­leis­tun­gen wer­den ange­bo­ten?

Bonus­pro­gram­me

Fast alle Kas­sen bie­ten Bonus­pro­gram­me für gesund­heits­be­wuss­tes Ver­hal­ten an. Der Ver­si­cher­te sam­melt bei­spiels­wei­se durch die Teil­nah­me an Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen, Imp­fun­gen, Sport- und Gesund­heits­kur­sen Punk­te. Die­se kön­nen anschlie­ßend in Geld, Sach­leis­tun­gen oder Gesund­heits­leis­tun­gen umge­tauscht wer­den. Wel­che Prä­mi­en für die Bonus­punk­te ange­bo­ten wer­den, ist von Kas­se zu Kas­se ver­schie­den. Es gibt auch gro­ße Unter­schie­de dar­in, was der Ver­si­cher­te machen muss, um Punk­te im Bonus­pro­gramm zu bekom­men. Bei man­chen Kas­sen rei­chen ein­fa­che Din­ge, wie die Teil­nah­me an Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen oder die Anmel­dung in einem Sport­stu­dio. Bei ande­ren Kas­sen sind die Anfor­de­run­gen grö­ßer, z. B. muss der Nicht­rau­cher-Sta­tus gege­ben sein oder der BMI im Nor­mal­be­reich lie­gen.

Wahl­ta­ri­fe

Mit den Wahl­ta­ri­fen kön­nen Ver­si­cher­te bestimm­te zusätz­li­che Leis­tun­gen bekom­men oder Geld spa­ren. Die­se Tari­fe sind ein zusätz­li­ches Ange­bot zum Nor­mal­ta­rif. Nie­mand muss sich für einen Wahl­ta­rif ent­schei­den. Hat man aller­dings einen sol­chen Tarif gewählt, ist man für ein bis drei Jah­re an die­se Ent­schei­dung gebun­den. Davon aus­ge­nom­men ist der DMP-Tarif für chro­nisch Kran­ke. Bei ihm besteht kei­ne Bin­dungs­frist. Man­che die­ser Tari­fe kön­nen auch mit­ein­an­der kom­bi­niert wer­den.

gesetzliche Krankenversicherung

Selbst­be­halt-Tarif

Wer die­sen Tarif wählt, erklärt sich ein­ver­stan­den, eine bestimm­te Sum­me an Arzt-, Medi­zin- oder Kran­ken­haus­kos­ten sel­ber zu tra­gen. Als Gegen­leis­tung erhält der Ver­si­cher­te eine jähr­li­che Geld­prä­mie. Die­se liegt aber unter­halb des Selbst­be­halts. Des­halb pro­fi­tie­ren Sie von die­sem Tarif in den Jah­ren, in wel­chen Sie kaum Leis­tun­gen in Anspruch genom­men haben.

Bei­trags­rück­erstat­tung

Wer­den ein Jahr lang kei­ne Kran­ken­kas­sen­leis­tun­gen in Anspruch genom­men, wird eine Prä­mie in Höhe von bis zu einem Monats­bei­trag zurück­er­stat­tet. Wie hoch die­ser Betrag ist, hängt von der Kas­se ab. Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen und Leis­tun­gen für Kin­der und Jugend­li­che bis zu 18 Jah­ren dür­fen in die­ser Zeit schad­los in Anspruch genom­men wer­den.

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Tarif nach dem Kos­ten­er­stat­tungs­prin­zip

Die Wahl die­ses Tari­fes ist bei eini­gen Kas­sen Vor­aus­set­zung, um den Selbst­be­halt- oder den Bei­trags­rück­erstat­tungs-Tarif wäh­len zu kön­nen. Wer sich hier­für ent­schei­det, bekommt für bestimm­te Leis­tun­gen vom Arzt eine Rech­nung, die er sel­ber bezah­len muss. Anschlie­ßend wird die Rech­nung bei der Kran­ken­kas­se ein­ge­reicht. Die Kas­se erstat­tet dann die Rech­nung, aller­dings in vie­len Fäl­len nicht zu 100 %. Das Kos­ten­er­stat­tungs­prin­zip lässt sich sehr gut mit einer Kran­ken­zu­satz­ver­si­che­rung kom­bi­nie­ren – hier haben Sie die Mög­lich­keit, sich als gesetz­lich Ver­si­cher­ter wie ein Pri­vat­pa­ti­ent behan­deln zu las­sen. Ger­ne bera­ten wir Sie hier­zu.

DMP (Disea­se Manage­ment Plan) für chro­nisch Kran­ke

Die Teil­nah­me an die­sem Pro­gramm soll die Zusam­men­ar­beit von Pati­ent, Arzt und The­ra­peu­ten ver­bes­sern. Soll­te Pro­gram­me wer­den für:

  • die koro­na­re Herz­krank­heit (KHK)
  • Dia­be­tes Typ I und II
  • chro­nisch-obstruk­ti­ve Lun­gen­er­kran­kung (COPD)
  • Brust­krebs
  • Asth­ma

ange­bo­ten.

Kran­ken­geld für Selbst­stän­di­ge und Ange­stell­te

Nor­ma­ler­wei­se haben Selbst­stän­di­ge in den ers­ten sechs Wochen einer Erkran­kung kei­nen Anspruch auf Kran­ken­geld. Wäh­len sie die­sen Tarif, bekom­men sie ein vor­her fest­ge­leg­tes täg­li­ches Kran­ken­geld. Ange­stell­te erhal­ten vom Arbeit­ge­ber eine Lohn­fort­zah­lung für die ers­ten 6 Wochen, danach ein Kran­ken­geld von der Kran­ken­kas­se. Das Kran­ken­geld fällt jedoch gerin­ger aus und es ent­steht eine finan­zi­el­le Lücke. Las­sen Sie sich hier von uns bera­ten und erfah­ren Sie, wie Sie die­se Lücke schlie­ßen kön­nen.

Die­se Zusatz­leis­tun­gen wer­den von eini­gen Kas­sen ange­bo­ten:

• Pro­fes­sio­nel­le Zahn­rei­ni­gung
• Homöo­pa­thi­sche Behand­lun­gen
• (Teil­wei­se) Kos­ten­über­nah­me für alter­na­ti­ve Medi­zin nach den Prin­zi­pi­en der Anthro­po­so­phie und der Phy­to­the­ra­pie
• Osteo­pa­thie, Aku­punk­tur oder TCM (Tra­di­tio­nel­le chi­ne­si­sche Medi­zin)

Wel­che Leis­tun­gen bie­tet die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung?

Neben den Kos­ten für die ärzt­li­che Behand­lung, Kran­ken­haus­auf­ent­hal­te, Kuren und Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­men zah­len die Kas­sen für Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men, wie Vor­sor­ge- und Früh­erken­nungs­un­ter­su­chun­gen. Im Rah­men der Fami­li­en­ver­si­che­rung sind nicht berufs­tä­ti­ge Part­ner und Kin­der mit­ver­si­chert. Auch die Kos­ten für not­wen­di­ge Unter­su­chun­gen und Behand­lun­gen wäh­rend der Schwan­ger­schaft und der Ent­bin­dung wer­den von den Kas­sen getra­gen. Die Kos­ten für ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Medi­ka­men­te wer­den bis auf einen Zuzah­lungs­be­trag über­nom­men. Wird Zahn­ersatz benö­tigt, zahlt die Kas­se einen Zuschuss zu des­sen Kos­ten, aber nur für die soge­nann­te Regel­ver­sor­gung. Eben­so wer­den die Kos­ten für psy­cho­lo­gi­sche Behand­lun­gen über­nom­men. Die Kas­sen zah­len auch für die ambu­lan­te und sta­tio­nä­re pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­sche Behand­lung. Außer­dem wer­den Kos­ten für häus­li­che Kran­ken­pfle­ge und in bestimm­ten Fäl­len für eine Haus­halts­hil­fe über­nom­men. Bei einem vor­über­ge­hen­den Auf­ent­halt im euro­päi­schen Aus­land, bei­spiels­wei­se einem Urlaub oder einer Dienst­rei­se, kön­nen Ver­si­cher­te vor Ort die not­wen­di­gen medi­zi­ni­schen Unter­su­chun­gen und Behand­lun­gen vor­neh­men las­sen.

Das ist in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung nicht ein­ge­schlos­sen

  • Die Kran­ken­kas­sen zah­len nur einen Fest­zu­schuss zum Zahn­ersatz, nicht die gesam­ten Kos­ten
  • Bril­len wer­den nur für Kin­der und Jugend­li­che bis 18 Jah­ren von den Kas­sen bezahlt
  • Die Behand­lung mit alter­na­ti­ven Heil­me­tho­den, z.B. Akku­punk­tur oder Homöo­pa­thie, wird nur von man­chen Kas­sen bezahlt
  • Behand­lun­gen durch Heil­prak­ti­ker gehö­ren meist auch nicht zu den Kas­sen­leis­tun­gen
  • Im Kran­ken­haus haben Sie kei­nen Anspruch auf die pri­vat­ärzt­li­che Behand­lung, die soge­nann­te Chef­arzt­be­hand­lung – eben­so nicht auf die Unter­brin­gung im Ein- oder Zwei­bett­zim­mer

Vie­le Lücken der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­se las­sen sich durch eine Kran­ken­ver­si­che­rung schlie­ßen.

Wann und wie kön­nen Sie die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung wech­seln?

Jeder kann sei­ne Kran­ken­kas­se frei wäh­len oder auch von einer Kas­se zu einer ande­ren wech­seln, wenn man min­des­tens 18 Mona­te bei der Kas­se ver­si­chert war. Die Kün­di­gungs­frist beträgt zwei Mona­te zum Monats­en­de. Dies gilt nicht, wenn man sich für einen Wahl­ta­rif ent­schie­den hat. Dann muss man so lan­ge bei der alten Kas­se blei­ben, wie die­ser Tarif läuft. Die Kas­sen­mit­glied­schaft muss schrift­lich gekün­digt wer­den. Man hat ein Son­der­kün­di­gungs­recht, wenn die Kran­ken­kas­se den Zusatz­bei­trag erhöht.

Las­sen Sie sich von uns unver­bind­lich bera­ten. Gemein­sam fin­den wir eine für Sie pas­sen­den Kran­ken­kas­se. Wir hel­fen Ihnen auch bei der Kom­bi­na­ti­on zwi­schen der GKV und einer Kran­ken­zu­satz­ver­si­che­rung, damit sie die o. a. Lücken schlie­ßen kön­nen.